01.04.2026

Worte zu Ostern von Bischof Felix Gmür

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Ein unerwarteter Lichtstrahl

Die Karwoche feiern wir mit biblischen Geschichten, die erstaunlich vertraut wirken. Die Jüngerinnen und Jünger verlieren die Orientierung, stolpern durch Tage, die sie nicht mehr einordnen können. Viele kennen solche Momente, in denen man nur noch Schritt für Schritt weitergeht, ohne zu wissen, wohin.



Auch unsere Welt wirkt im Moment brüchig. In vielen Regionen eskalieren Konflikte, Gewalt verdrängt Sicherheit, Menschen verlieren ihre Lebensgrundlage. Und selbst im Alltag spürt man eine Unruhe, als wäre der Boden weniger verlässlich geworden.



Genau hier wächst Ostern. Es findet kein lauter Durchbruch statt, sondern ein stiller Perspektivenwechsel. Am Anfang steht ein leerer Raum – das leere Grab. Dieser kleine Anfang genügt, damit Hoffnung Form gewinnt.



Vielleicht liegt darin die besondere Stärke von Ostern: Es spricht nicht in eine heile, sondern mitten in eine verletzliche Welt hinein. Es verspricht kein sofortiges Ende aller Dunkelheit, aber es erinnert daran, dass das Leben sich nicht endgültig einschliessen lässt. Manchmal reicht ein einziger solcher Moment, damit Menschen wieder atmen können und sie bereit sind, tatkräftig und zuversichtlich in die Zukunft zu schreiten.



Ich wünsche Ihnen eine Karwoche, die sensibel macht für diese leisen Zeichen. Und ein Osterfest, das Ihnen begegnet wie ein unerwarteter Lichtstrahl: nicht laut, aber eindeutig. Frohe Ostern! (Worte von Bischof Felix Gmür)