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... Fandest du doch in ihnen nicht weniger Liebe und Glauben als bei den Männern. Auch befand sich ja unter ihnen deine heilige Mutter,

deren Verdienste uns zukommen und deren Habit wir tragen.

 

Die Welt irrt, wenn sie von uns verlangt,

dass wir nicht öffentlich für dich wirken dürfen,

noch Wahrheiten aussprechen, um deretwillen wir im Geheimen weinen

und dass du, Herr, unsere gerechten Bitten nicht erhören würdest.

 

Ich glaube das nicht, Herr,

denn ich kenne deine Güte und Gerechtigkeit,

der du kein Richter bist  wie die Richter dieser Welt, die Kinder Adams;  

kurz, nichts als Männer, die meinen, jede gute Fähigkeit

bei einer Frau verdächtigen zu müssen.

 

Aber es wird der Tag kommen, mein König, wo dies alles bekannt wird.

 

Ich spreche hier nicht für mich selbst,

denn die Welt kennt meine Schwachheit,

und das ist mir lieb.

 

Aber ich werfe unserer Zeit vor,

dass sie starke und zu allem Guten begabte Geister zurückstösst,

nur weil es sich um Frauen handelt.

 

Teresa von Ávila, 1515-1582 (!)