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 Weiterentwicklung Pfarreiblatt „meggerwald pfarreien“

... Die Neuerungen verbessern in erster Linie die Lesefreundlichkeit.  Die Darstellung der Angebote werden einheitlicher und übersichtlicher – in der Regel kurz und prägnant – platziert. Die Bilder werden grösser und qualitativ hochwertiger. Das Pfarreiblatt soll an Profil und Ausstrahlung gewinnen,  indem es verschiedene Zielgruppen berücksichtigt und weiterhin eine interessante Plattform für den Glauben und das Leben bietet. Neu wird auf der Seite 3 jeweils ein Schwerpunkthema inhaltlich vertieft.  Das Pfarreiblatt wird in Zukunft vermehrt vorausschauend wirken und weniger Rückschau halten. Lokale und aktuelle Themen haben Vorrang.                       

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Ruedy Sigrist-Dahinden

 

 

Glocken verkünden den Frieden

Das im Sommer 2017 angestrebte einheitliche Glockengeläut wurde nur teilweise umgesetzt. Die verschiedenen Bedürfnisse der Bevölkerung sind nicht einheitlich abzudecken. Deshalb werden im Dialog Kompromisslösungen umgesetzt.

 

Heiliger Bimbam!

«Ach, du heiliger Bimbam!» Mit diesem Ausdruck reagieren wir, wenn uns etwas erschreckt oder nervt. Diese Umgangssprachliche Redewendung benutzt Kirchenglocken als Bild für etwas, das uns aus unserer Konzentration reisst oder das wir als störend empfinden. Tatsächlich werden heute Kirchenglocken von Vielen eher als Lärm denn als Musik wahrgenommen. Dies war keineswegs immer so. Lange galten die Kirchenglocken eines Dorfes als Statussymbol. Wer den höchsten Kirchturm und die grössten Glocken besass, hatte das grösste gesellschaftliche Prestige. Glocken blicken auf eine über 5000-jährige Geschichte zurück und haben wesentlich zur religiösen und politischen Einigung des europäischen Abendlands beigetragen.

 

Wozu Glocken?

Auch Menschen, die nicht mehr auf die Kirche hören wollen, kommen täglich durch den Glockenklang mit Gottesdienst und Kirche in Verbindung. Unüberhörbar erinnern die Glocken an Gebets- und Gottesdienstzeiten. Glockenklang ist für den einen Freude, für den andern Ruhestörung und Ärgernis. Früher regelte das Glockengeläut den Ablauf des Arbeitstages – auf dem Land geschieht dies heute noch – und zeigte frohe und leidvolle Ereignisse an: Feste, Taufe, Hochzeit, Gebet, Tod, Feuer, Hochwasser, Krieg und Frieden.

 

Mehr als ein Signal

Für Christen ist das Läuten der Kirchenglocken mehr als ein akustisches Signal. Der abgestimmte Klang soll die Menschen erfreuen und Stadt und Land mit dem Lob Gottes erfüllen. Dafür werden die Glocken feierlich geweiht. Auf der grössten Glocke in Udligenswil steht z.B.: „Ich töne zum Lobe dem dreieinigen Gott. Christen - fürchtet nicht seiner Feinde Spott.“

 

Geläut als Unruhestifter

Die Veränderungen der langjährigen Glockenläuttradition in Udligenswil sorgten stets für Unruhe. Die Befürworter der alten Ordnung bemängelten, dass die Meinung der Bevölkerung bei diesem Entscheid nicht berücksichtig wurde, stellten den Sinn der Vereinheitlichung in Frage und kritisierten die Art der offiziellen Kommunikation. Die Anwohner, welche dieses neue Regime ohne es zu Fordern zugesprochen erhielten, genossen seither mehr Lebensqualität und Ruhe. Im Dialog mit drei Interessengruppen wurde keine Lösung gefunden. Deshalb entschied die Pastoralraumleitung betreffend Betläuten, dass das morgendliche Angelusläuten ab Neujahr an Werktagen um 6.00 Uhr erfolgt und sonst alles so bleibt, wie es eingeführt wurde.

Der Kirchenrat von Udligenswil hat seinerseits entschieden, dass der Stundenschlag in der Nacht ausbleibt. Möge dieser Kompromiss Ruhe und Frieden bringen.

 

Neues Jahr einläuten

Wenn also beim Jahreswechsel das alte Jahr verabschiedet und das neue Jahr willkommen geheissen wird, dann klingen die Kirchenglocken aus Dankbarkeit für das Leben, als Friedens-/Segensgebet und zur Ehre Gottes, der die Menschen begleitet und beschützt. Die Kirchenglocken läuten eine neue Zeit, einen Neuanfang ein.

 

Ruedy Sigrist-Dahinden

Pastoralraumleiter